|
13. Internationale Deutsche Meisterschaft im Acrosegelkunstflug v. 03.-05. September in Eversberg „Ein kalte Spätsommernacht mit 3 Grad Außentemperatur neigt sich dem Ende entgegen, Nebelschwaden umhüllen meinen Bus, in dem ich schon dem letzten Wettbewerbstag entgegenfiebere. Ein kurzer Griff in das kalte Wasser zur Morgenwäsche und ich erklimme den nächsten Berg in ca. 100 Meter Überhöhung. Dort oben sah ich erste Sonnenstrahlen und genau die braucht mein Körper nun. Der steile Anstieg lässt mein Blut wieder gerinnen und tatsächlich erwartet mich dort oben ein grandioser Ausblick auf Eversberg, Waldflächen und Wiesen.” Fauna und Flora sind schon wach - dort unten liegt es ! Das Pilotenlager mit 39 Piloten aus der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und aus Deutschland. Ein weiterer Mensch nähert sich dem kleinen Berggipfel, er führt seinen Hund aus und führt wohl selbiges im Schilde. Es ist Ulf und während uns die Sonnenstrahlen unser Herz erwärmen und wir uns auf den finalen Wettkampftag freuen versuchen wir die Tage in wenigen Worten zusammenzufassen … Wettkampf, die Lust an der Schlepperei, am Segelfliegen und dem Segelkunstflug, dazu nette Fliegerkameraden, Flugleistungen und Wettbewerbsniveau der Oberklasse, das in einem Wort zusammengefasst könnte heissen: „AcroSegelKunstflug“ Vor einer Kulisse, die den Begriff Erholung pur verdient. Der Flugplatz endet in einem Waldgebiet, dazu ein wunderschönes Clubheim und das Bemühen derMFGEversberg Gemeinschaft, es hier allen so angenehm wie möglich zu machen. Davon und ein wenig von der Leidenschaft der Menschen um diese Szeneherum möchte ich Euch in der nachfolgenden kurzen Reportage vorstellen. Es begann bereits am frühen Mittwochvormittag, als drittes Fahrzeug erreichte ich Den Flugplatz, Marc, Claudia und Elias Zimmer waren ebenso wie Heiko Schwab Schon am Vortag angereist. Dichter Nebel und Wolken und leichter Nieselregen liessenSo gar keine Freude aufkommen – aber schon kurze Zeit später brach die Wolkendecke Auf und wir konnten einige Trainingsflüge absolvieren. Da Marc heuer neben seiner Schlepperfunktion im Rahmen der Acrobewerbe auch als Aktiver Teilnehmer der Sportklasse mitflog, ergab sich für Claudia die Gelegenheit oder besser gesagt die Notwendigkeit , selbst zu schleppen. Und wie sich an dem Tag und auch im späteren offiziellen Training herausstellte, macht sie dabei einen perfekten Job. Da ist es doch selbstverständlich, als kleines Dankeschön der Modellflugsportlerin mit der goldenen Leistungsnadel 2010 auch eines der ersten Bilder zu widmen. Im Hintergrund seht Ihr übrigens Eversberg und demzufolge auch den Blick der Piloten in Nord-Ost Richtung. Von hübschen Pilotinnen zurück ins Wettbewerbsgeschehen. Nach und nach trudelten die 39 Teilnehmer ein und die Schlange der Trainingsanwärter wuchs mit jeder Stunde. Zum ersten Wettbewerbstag stellte sich jedoch wie auch in den Vortagen eine dichte Nebelwand in den Vordergrund des Geschehens und so kam es auch fortwährend zu mancherlei Unterbrechungen. Aber die langersehnte Wetterbesserung eilte mit jedem Tag herbei und somit konnten alle 5 Durchgänge in jeder Klasse geflogen werden. Für die Sportklasse, an der ich und auch Marc zum ersten Mal teilnahmen, bedeutete dies, 2x bekannte Pflicht, 2x unbekannte Pflicht und 1x Kür mit Musikuntermalung. Unser Ziel war es, nicht als letzte auf der Wertung zu stehen und ich darf vorwegnehmen, es ist gelungen. Im Falle von Marc bedarf es jedoch der besonderen Erwähnung, denn ihm gelang zwischendurch gar Platz 2 in der SPORTgesamtwertung, - letzlich kam ein unglaublich guter 4. Platz dabei heraus und das übermannte gar einen Marc Zimmer. Respekt aber auch Respekt vor den Leistungen von Mario Müller, dem späteren Gesamtsieger, und insbesondere der kameradschaftliche Umgang untereinander lässt einem die Worte nur so herunterschreiben. Ich fuhr während der DM so manches Mal mit dem Rad herunter Richtung Eversberg auf meiner so beliebten Suche nach guten Fotos und ich fand es herzergreifend, wie viele einfach einander gegenseitig sich Ratschläge gaben und die Faszination Segelkunstflug einen hautnah spüren liessen. Anderen Tipps zu geben, dem anderen Erfolg zu gönnen, gegenseitig sich Mut zu machen, hallo Deutschland, hallo Acroszene, hier blüht das Leben und noch eines, parallel zu den Aussagen der F-Schlepp Meisterschaft ist auch hier das fliegerische Niveau extrem hoch. Hier als Punktrichter mit feinem Gespür und wachsamen Augen einen Unterschied zu erkennen, verlangt schon sehr viel Erfahrung und vor allem Motivation. Klaus Dettmer, als Oberpunkrichter und seinen aktiven Kollegen Ingolf Spende, Fred Grebe, Willi Treyz, Bernd Christophers, Reinhard Melz und Walti Murmann meinen Dank im Namen aller Teilnehmer. Ich hoffe, ich habe keinen vergessen. Es gab von den weit über 300 Schlepps an den Tagen 195 gewertete Durchgänge, ich habe nur ganz wenige ausgelassene Figuren infolge einer Minderhöhe gesehen und wenn überhaupt 2-3 Figuren in falscher Abfolge, soll heissen, wir reden dann über über 1000 Figuren, die perfekt in der Kunstflugbox gezeigt wurden. Zum einen hat es mich mit Stolz erfüllt, es fast alles richtig gemacht zu haben und zum anderen soll es aufzeigen, welche Leistungsdichte diese Sparte erreicht hat. Fast richtig kann übrigens zur Folge haben, man sollte die Wertungslinie nicht überfliegen. Naja, in meinen Augen war das ganz knapp noch innerhalb der Linie, aber Spaß beiseite. Ich hatte Startnummer 1 und durfte als erster loslegen, - so viel Ehre für einen Neueinsteiger, danke nochmals an die Losfee … So ging es dann mal gleich los, nämlich an den Rand der Wertungslinie, der Luftraum scheint da oben unendlich, aber die Linie kommt dann doch einem sehr nah, - nun ja, es war mein Streicher und so wusste ich, die anderen vier Durchgänge müssen passen. Das war doch mal ein Polster zum Vergessen, aber man wächst mit seinen Aufgaben. Wie erwähnt, von den 5 Durchgängen wurden vier gewertet und Schleppkoordinator Uli Hunschok sowie die Schlepp-Piloten Marc Zimmer, Rainer Büttke, Alex Frisch, Günther Kiewel, Sven Treusch, Michael Bellon sen. und Eric Laumann sowie die Pilotin Claudia Zimmer machten einen Superjob. Es gab wenige Schleppabbrüche, erwähnt seien die der kuriosen Art.
Vielleicht jener von Martin Geelhaar aus der Schweiz, bei seinem Schleppabbruch sah man zwei Elemente zu Boden schweben, zum einen das Schleppseil und zum anderen … ?! Ja, was war da oben abgefallen, beide Flieger waren sicher gelandet und jeder fragte sich, was fehlt. – Klar, der Pilot fehlte aus dem Segler, er war da oben ausgestiegen und sicher auf einer Wiese oberhalb von Eversberg gelandet. Auch das ist Segelkunstflug, Sicherheit nach Handbuch, im Notfall verlässt der Pilot halt das Cockpit, richtig so. Die Modelltypen in der Segelkunstflugszene unterscheiden sich fast nur noch im Design, inzwischen sind Maßstäbe von 1:2 bis 1:3,6 fest etabliert und neben SWIFT, FOX, KOBUZ sind vor allem die SZD Baureihen im Aufwärtstrend. Neben einem SZD 54 nahmen auch sieben Piloten mit einem SZD 59 teil. Es waren viele Neueinsteiger dabei und damit ist das erklärte Ziel der Nachwuchsförderung wohl auf fruchtbarem Boden gelandet. Auch Heinz-Robert Früh, war begeistert von dieser Stimmung und erwähnenswert seine Bemühungen um einen kleinen Jungen, dessen Wissbegierde schier endlos schien. Auch das ist Fliegerei, wenn man die Gabe hat, die Begeisterung an interessierte Menschen weiterzugeben. Es nutzt letztlich allen, die diesen Sport leben und lieben. Nachwuchs ist nicht unbedingt altersabhängig, aber es freut einen schon sehr, wenn richtig junge Piloten ganz vorne mitmischen. Ich war als vierzehnjähriger auch schon in Eversberg, es war in den 80er Jahren, ich war als Gast zusammen mit einem Schulfreund und seinem Vater dort, zur Semiscale/-scale DM, aber leider nur als Zuschauer. Dennoch viele Erinnerungen wurden wieder wach und immerhin ist man „wenige“ Jahre später als Teilnehmer auf einer anderen DM auf gleichem Boden dabei. Aber zurück zur Gegenwart. Schon in Euskirchen fiel er uns auf und räumte richtig ab, dabei ist er ein ganz lieber und netter Junge geblieben. Er heißt Florian Vogelmann, kommt aus Lauchheim, hat alle Regionalwettbewerbe für sich entschieden und ist obendrein CONTEST Tour Sieger der Sportklasse 2010. Es war wohl der emotionalste Moment der Veranstaltung, als er vor Freude und Glück auf die Terrasse der Siegerehrung sprang und seine Tränen kaum unterdrücken konnte. Ich musste mich konzentrieren, mit ruhiger Hand Fotos zu machen, - klasse Florian, ganz tolle Leistung auch von seinem Vater Rainer. Wir werden Euch Florian in Kürze mal als Portrait näher vorstellen. Zunächst mal soll er den verdienten CONTEST Sieg geniessen. Sieger und diese Leistung verdient ebenso einen Riesenrespekt wurde in der Sportklasse anlässlich der deutschen Meisterschaft in Eversberg Mario Müller vor obigem Florian Vogelmann und Dominik Georg. Die nachfolgenden Platzierungen per Mausklick auf das Bild unten. In der Internationalen Klasse prägt schon seit Jahren das Vater/-Sohn Gespann Andi und Tim Schaerer den Siegeslisten einen Stempel auf und beiden auch von unserer Seite nochmals einen herzlichen Glückwunsch. Tim Schaerer wurde damit nicht nur Deutscher Meister 2010 sondern auch noch CONTEST Sieger 2010 der Internationalen Klasse. Auch Markus Boehm zeigte wieder fliegerische Extraklasse und konnte neben einer 1000er Wertung in der Kür den deutschen Vizemeistertitel heuer erfliegen vor dem Drittplazierten Dominik Braun. Auch er gehört inzwischen längst zu den Spitzenpiloten in dieser Szene und seine Aussage aus Euskirchen, „wir sind doch hier nicht auf dem Ponyhof“, gilt wohl als bestätigt, die fliegerische Leistungsdichte ist extrem hoch. Bleiben noch die vielen schönen Erinnerungen und Ereignisse an und auf dieser Meisterschaft. Einen Dank an den Vorstand rund um Michael Altebäumer, an Helmut Weitz und seine Kameraden Aber auch an den Fachreferenten Dieter Hummel und CONTEST Tour Manager Christian Ebert, an Ralf Wunder für seine vielen Tipps und Ralf Doll für die Saatkörner, es mal zu versuchen. An Ulf Reichmann, für seine unermüdlichen Coachingeinsätze und an die vielen Menschen rund um meinen Bus, die aus dem Wettbewerb mal wieder ein unvergessenen Erlebnis gemacht haben. Mögen diese Wörter und Bilder ein wenig von den Emotionen wiedergeben, die einem dort widerfahren und allen die vielleicht im Baukeller an einem Kunstflugsegler arbeiten die Lust auf mehr gemacht haben … nämlich – mitzufliegen !
Wir sehen uns, Christoph Fackeldey Nachstehend für alle, die noch mehr Bilder sehen möchten - ein Nachschlag .. übrigens beim Bewegen des Mauszeigers auf einem Bild kommt mit viel Glück auch ein Texthinweis ...
|
||||||||||